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Festakt anlässlich der Gründung der Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV in Augsburg

17.10.2016

„Ein Meilenstein für die anwendernahe Forschung in Bayern“, „ein positiver Beitrag zur Stärkung der Wirtschaftsregion Augsburg sowie des Industriestandortes Bayern“- viel Lob und Anerkennung wurden im Rahmen zahlreicher Gruß- und Festreden anlässlich der Gründungsfeier des Fraunhofer IGCV am 10. Oktober 2016 geäußert.


Nachdem die neue Fraunhofer-Einrichtung zum 1. Juli 2016 offiziell startete, wurde dies nun in feierlichem Rahmen gebührend gewürdigt. Zahlreiche hochkarätige Gäste aus Industrie, Forschung, Politik und Gesellschaft folgten der Einladung an das Technologiezentrum im Augsburg Innovationspark. Die neue Fraunhofer-Einrichtung geht aus den beiden Fraunhofer-Projektgruppen „Ressourceneffiziente Mechatronische Verarbeitungsmaschinen“ RMV des Fraunhofer IWU und „Funktionsintegrierter Leichtbau“ FIL des Fraunhofer ICT hervor. Gleichzeitig wird in Garching eine dritte Abteilung für Gießereitechnik aus dem Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen utg der Technischen Universität München (TUM) aufgebaut. Die Leiter des Fraunhofer IGCV, Prof. Dr.-Ing. Klaus Drechsler, Prof. Dr.-Ing. Gunther Reinhart und Prof. Dr.-Ing. Wolfram Volk, die alle drei einen Lehrstuhl an der Technischen Universität München inne haben, wollen mit der Bündelung ihrer Themen, Leichtbaugusstechnologien, Faserverbundwerkstoffe und intelligente automatisierte Fertigung, Synergien schaffen und somit Innovationen für die deutsche Industrie generieren.

Bayerns Wirtschafts- und Technologieministerin Ilse Aigner, deren Ministerium die bisherigen Projektgruppen mit 44 Mio. Euro fördert und den Aufbau der Gießereitechnik mit weiteren 11 Mio. Euro Landesmitteln unterstützt, betonte in Ihrem Grußwort den Mehrwert durch die enge Anbindung an die Technische Universität München. Der Forschungsstandort Augsburg entwickle sich dadurch zu einem internationalen Zentrum der Produktionswissenschaft. Das gute Zusammenwirken der Forschungseinrichtungen auf dem Augsburg Innovationspark mit der benachbarten Universität, welches mit der Gründung des Fraunhofer IGCV nun weiter bestärkt wird, hob auch die Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel hervor. Prof. Dr. rer.nat. Georg Rosenfeld, Vorstand für Technologiemarketing und Geschäftsmodelle der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) verdeutlichte zudem die Bedeutung der Einrichtung für den Wirtschaftsraum Augsburg. Hier bringt sich das Fraunhofer IGCV in zahlreichen Netzwerken ein und zielt auf eine starke Unterstützung des Augsburg Innovationspark. Auch ging er auf die Besonderheit der ersten produktionstechnischen Fraunhofer-Einrichtung in Bayern ein. Als 68. Fraunhofer-Einrichtung im 68. Jahr seit Gründung der Fraunhofer-Gesellschaft, gebe es nun eine bayerische Einrichtung, die die lange produktionstechnische Tradition der FhG auch in Bayern hochleben lässt und diese mit denaktuellen Trendthemen der Digitalisierung und Ressourceneffizienz verbindet.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München und Dienstherr der drei IGCV-Leiter, hob in seiner Festrede die Bedeutungangewandter Forschung hervor. Durch diese vergrößere sich der Aktionsradius sowohlauf Industrie- als auch auf Wissenschaftsseite. Auch eine praxisnahe Ausbildung derStudierenden könne dadurch gewährleistet werden. Der Produktionsvorstand der BMW AG, Oliver Zipse, sowie der CEO der Airbus Helicopters Deutschland GmbH, Dr. WolfangSchoder, blickten anschließend auf die Themen Leichtbau und Materialeffizienz, die in beiden Unternehmen derzeit im Fokus stehen. Die Fraunhofer-Einrichtung IGCV ist dabei ein wichtiger Partner, um den immer komplexer werdenden Aufgaben in immer kürzeren Zeitspannen durch exzellente Forschung und Entwicklung weiterhin gerecht werden zu können.

Die Themenfelder der neuen Fraunhofer-Einrichtung wurden abschließend von den drei IGCV-Leitern genauer beleuchtet. Vielfältige Forschungsansätze zeigen, dass durch die Kombination von Metall- und Faserverbundwerkstoffen das Leichtbaupotenzial gegenüberder singulären Anwendung stärker genutzt werden kann. Ein vielversprechenderAnsatz ist dabei, die oftmals untereinander konkurrierenden technologischen Ansätze des Leichtmetallgusses und der Faserverbundbauweise komplementär einzusetzen. DieFokussierung auf Hybridbauweisen und entsprechende Produktionssysteme bietet das Potenzial für stark integrierte Lösungen und neuartige Designkonzepte im Leichtbau. Bei den stark vom Manufakturcharakter geprägten Gießereien und CFK-Herstellern bzw. -Verarbeitern ist eine darüber hinausgehende intelligente Automatisierung und Digitalisierung von Handlungsschritten notwendig. Die Einbindung von Kompetenzen aus dem Bereich Industrie 4.0 ist daher als weiterer Baustein für eine wettbewerbsfähigeProduktion von morgen anzusehen. Die neue Forschungseinrichtung beschäftigt zu Beginn ca. 100 Mitarbeiter und soll bis 2021 auf ca. 160 Mitarbeiter anwachsen. Die wichtigsten Branchen für das FraunhoferIGCV sind der Automobilbau, der Luftfahrzeugbau sowie der Maschinen- und Anlagenbau. Die Anbindung an kleine und mittelständische Unternehmen steht dabei besonders im Fokus. Die neue Fraunhofer-Einrichtung ist an den beiden Standorten Augsburg und Garching angesiedelt. Der Hauptsitz befindet sich mit der Zentrale und der Verwaltung in Augsburg. Die Außenstelle Gießereitechnik bezieht mittelfristig einTechnikum mit einem angeschlossenen Bürogebäude am Standort Garching in unmittelbarer Nähe zum Campus der TUM.

Während des anschließenden Get-Togethers hatten die Gäste die Möglichkeit, sich im Rahmen verschiedener Marktstände von Experten des IGCV über einzelne Forschungsthemen informieren zu lassen. So ließ sich unter anderem Bayerns stellv. Ministerpräsidentin, Ilse Aigner, den via Gestik gesteuerten Roboterarm zeigen, der die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter in Zukunft erleichtern soll und der anlässlich der Gründungsfeier Pralinen für die Gäste servieren durfte. Begleitet von einem Jazz-Trio, gutem Essen und interessanten Gesprächen konnten die ca. 300 Gäste einen festlichen Ausklangder Veranstaltung bis in den Abend hinein genießen.

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